Weiterbildungsstipendium der GNP 2010/2011 – Priv.-Doz. Dr. Markus Rauchenzauner, MSc

Aufenthaltsort: Freiburg

Ziel: sechsmonatige Weiterbildung auf dem Gebiet der neuromuskulären Erkrankungen

 

Vita bis zum Erhalt des Stipendiums

Der Antrag auf Erhalt eines Weiterbildungsstipendiums erfolgte im Jahre 2009. Ich war zu dieser Zeit im Status habilitandi, Arzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und im 2. Ausbildungsjahr des Additivfaches Neuropädiatrie unter Priv.-Doz. Dr. Kevin Rostasy an der Kinderklinik in Innsbruck. Mein Schwerpunkt im wissenschaftlichen Bereich lag auf neuro-endokrinologischen Fragestellungen rund um verschiedene neuropädiatrische Krankheitsbilder, vor allem Epilepsien. Unsere neuromuskuläre Ambulanz war gerade im Aufbau, die Thematik interessierte mich sehr, und so konnte ich mich – mit Unterstützung der Neuropädiatrie Innsbruck sowie den Leitern der Universitätsklinik Freiburg, Klinik II: Neuropädiatrie und Muskelerkrankungen, Prof. Korinthenberg und Prof. Kirschner – für das Stipendium bewerben. Alle Voraussetzungen waren erfüllt (Mitgliedschaft, Jahrestagungen, Abstracts, Publikationsliste), nach Prüfung durch den Vorstand der GNP wurde ich als Stipendiat ausgewählt und konnte meine Reise antreten.

Freiburg

In Freiburg angekommen war ein sechsmonatiger Aufenthalt am Universitätsklinikum für Kinder- und Jugendmedizin, Klinik II: Neuropädiatrie und Muskelerkrankungen geplant. Ebendort erhielt ich eine mehr als fundierte Ausbildung, durfte die Spezialambulanzen von Prof. Korinthenberg und Prof. Kirschner betreuen und konnte mich so ausschließlich auf den Bereich der neuromuskulären Erkrankungen, die Befundung von Muskelbiopsien, die Muskelsonographie, die Neurophysiologie sowie interdisziplinäre Fallbesprechungen konzentrieren. Ebenso wurde mir die wöchentliche Teilnahme auch in der Erwachsenen-Neurologie (Prof. Glocker) in der Muskelsprechstunde bzw. neurophysiologischen Sprechstunde aber auch die Teilnahme an der ALS-Sprechstunde ermöglicht, um hier Synergien zu schaffen bzw. auch Unterschiede im Krankheitsspektrum herauszuarbeiten.

Zusätzlich war während dieser Zeit auch die gesellschaftliche Ebene eine außerordentlich fruchtbare Zeit, das Knüpfen von Kontakten, Schließen von Freundschaften, und die Planung von Kooperationen waren die wesentlichen Komponenten.

Dieser Aufenthalt hat meine Karriere nachhaltig beeinflusst: Erst dadurch war es möglich, selbstständig eine Ambulanz im neurophysiologischen Bereich zu führen. Dies ist auch heute noch eine sinnvolle (und selten angebotene) Erweiterung des neuropädiatrischen Armarmentariums, ebenso wie die Anregung zur Forschung in diesem doch sehr speziellen Bereich.

Auswirkungen des Stipendiums

Heute bin ich Chefarzt (Ärztlicher Leiter) der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Kaufbeuren mit klarem kinderneurologischem Schwerpunkt und einer eigenen, großen Muskelsprechstunde. Wir sind Mitglied im Muskelzentrum Bayern Süd gemeinsam mit der hiesigen Erwachsenen-Neurologie (Prof. Hecht), regelmäßige Treffen finden in München im Friedrich-Baur-Institut unter der Leitung auch von Prof. Müller-Felber und Prof. Walter statt. Zusätzlich nehme ich regelmäßig an Advisory Boards aus dem Bereich der Muskelerkrankungen national/international teil.

Zusammenfassend kann ich jedem kinderneurologisch tätigen Arzt einen Antrag auf ein Stipendium der GNP nur wärmstens empfehlen. Die Möglichkeit, sich für einen bestimmten Zeitraum ausschließlich mit einem Spezialgebiet aus dem großen Fachgebiet der Neuropädiatrie beschäftigen zu können, ist außerordentlich bereichernd und ermöglicht im Laufe der weiteren fachlichen und persönlichen Entwicklung viele Blicke über den eigenen Tellerrand.

Im Zuge eines Stipendiums gewonnene Freundschaften und Kontakte sowie erfolgreiche Projekte begleiten oft ein Leben lang und bereichern viele Facetten des Arbeits- aber auch Privatlebens.

 

Priv.-Doz. Dr. M. Rauchenzauner, MSc

Chefarzt Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Kaufbeuren


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